· Pressemitteilung

Runder Tisch bringt Licht ins Dunkel: So wird der Bezirk krisenfester

Runder Tisch bringt Licht ins Dunkel: So wird der Bezirk krisenfester


Berlin Steglitz Zehlendorf, 09.09.2026.

Was passiert, wenn plötzlich der Strom ausfällt? Wer hilft, wenn nichts mehr funktioniert? Und was muss ein Bezirk können, wenn die nächste Krise kommt? Rund 50 Bürgerinnen und Bürger wollten am Dienstagabend Antworten und folgten der Einladung des Deutschen Roten Kreuzes Steglitz-Zehlendorf zum Runden Tisch „Resilienz im Bezirk: Was tun bei Stromausfall und anderen Krisen?“. Sie diskutierten mit den drei Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt der Bezirksbürgermeisterin bzw. des Bezirksbürgermeisters sowie weiteren Akteuren des bezirklichen Katastrophenschutzes. 

Das Wissen ist da – es muss nur in die Köpfe
Eine Erkenntnis des Abends: Im Bezirk gibt es bereits viele Informationen, Angebote und Strukturen, die auch in einer Krise Unterstützung leisten können. Sie sind aber nicht allen bekannt und noch nicht ausreichend miteinander vernetzt.
Auch die Broschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) enthält Checklisten und Hinweise zur persönlichen Vorsorge. „Das Problem ist nicht, dass wir kein Wissen, keine Informationen haben. Das Problem ist, dass wir gar nicht mehr in die Broschüre gucken“, sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Soziales, Tim Richter (CDU).

Aus dem Publikum kam deshalb der Vorschlag, mit Aufklebern an Briefkästen auf die nächstgelegene Anlaufstelle im Krisenfall hinzuweisen. „Wir brauchen Informationen auf allen Wegen“, sagte Carolina Böhm (SPD), Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit. Digitale Angebote könnten bei einem Stromausfall selbst ausfallen.

Leuchtturm vom DRK und Hilfe im Kiez
Der Katastrophenschutz-Leuchtturm im Rathaus habe sich während des Stromausfalls als Anlaufpunkt bewährt, sagte Bezirksstadtrat Urban Aykal (Grüne). Zugleich sei deutlich, dass zentrale Anlaufstellen nicht alle Menschen erreichen können.
Der Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes in Steglitz-Zehlendorf, Holger Höringklee, brachte deshalb einen konkreten Vorschlag ein: 

„Wir wollen einen Informationspunkt am Hermann-Ehlers-Platz schaffen, den wir auch in Nicht-Krisenzeiten bespielen.“

Im Krisenfall könne dieser Anlaufpunkt schnell aktiviert werden.

Stadtteilzentren, Nachbarschaftstreffs, Kirchengemeinden und weitere Einrichtungen wurden als mögliche dezentrale Anlaufstellen genannt. Aykal sagte dazu: „Politik und Gesellschaft und Verwaltung müssen Hand in Hand gehen. Dezentrale Strukturen spielen dabei eine Rolle, die stärker hervorgehoben werden muss.“

Vorbereitung heißt: Jeder muss seinen Teil leiste
Mehrfach wurde gefordert, Krisensituationen stärker zu üben. Zugleich zeigte die Diskussion die Grenzen der geforderten Eigenvorsorge: Menschen, die auf Pflege, Unterstützung oder medizinische Hilfsmittel angewiesen sind, können sich nicht in allen Fällen selbst helfen. Gerade für Menschen, die zu Hause gepflegt werden, müssen deshalb auch staatliche und professionelle Unterstützungsstrukturen nicht nur mitgedacht, sondern auch realisiert werden.

Ähnlich sieht das die Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, Carolina Böhm (SPD). Ihre zentralen Ergebnisse des Abends sind: „Informationen, Vorbereitung, gemeinsame Verantwortung“.

Für das DRK Steglitz-Zehlendorf geht die Arbeit indes weiter. Neben der technischen Absicherung eigener Einrichtungen soll die Zusammenarbeit mit den Akteuren im Bezirk weiterentwickelt werden. „Wir sind als Deutsches Rotes Kreuz sowohl nationale Hilfsgesellschaft als auch Wohlfahrtsverband“, so Höringklee. „Wir würden uns anbieten, dort auch eine koordinierende Funktion zwischen den Hilfsorganisationen und den Wohlfahrtsverbänden zu übernehmen.“

Über das Deutsche Rote Kreuz Steglitz-Zehlendorf
Der DRK Kreisverband Berlin Steglitz-Zehlendorf e.V. ist mit mehr als 5000 Mitgliedern als Hilfsorganisation und Wohlfahrtsverband im Berliner Südwesten tätig. Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende engagieren sich unter anderem im Katastrophenschutz, in der Wasserwacht, im Jugendrotkreuz, im Rettungsdienst sowie in sozialen Angeboten, beispielsweise der Eingliederungshilfe.

Hier finden Sie die Broschüre BBK - Vorsorgen für Krisen und Katastrophen zum Download.